U-Boothafen
Mit einem Schneemobil auf nächtlicher Flucht in endlosem borealen Nadelwald. Eine rasende Irrfahrt durch labyrinthische Kiefernhaine mit ungewissem Ziel. Angeregt von Illustrationen in einem deutschen Kinderbuch der vierziger Jahre begebe ich mich tauchend in die Tiefen finsterer, sauerstoffarmer Gewässer, auf der Suche nach geheimen unterseeischen Häfen der deutschen Wehrmacht. Ein ausländischer Geheimdienst nimmt mich umgehend in Gefangenschaft. Später, während einer Fahrstuhlfahrt tief unter dem Meeresspiegel, Befreiung durch eine mysteriöse Doppelagentin vermittels Jiu Jitsu. Adolf Hitler arbeitet in einem kleinen kabuffartigen Nebengelass beim Schein einer schwachen Glimmlampe und möchte nicht gestört werden. Rings um die submarine Basis liegen in trübem Gestade zahllose U-Bootwracks auf dem Seeboden.
Ein Londoner Vorort in den späten Siebzigern. In einem Reihenhaus aus Backstein findet werktags nachts eine exzessive Party statt. Vor dem Haus geparkte, goldene Motorroller werfen lange und scharfe Schatten auf den Boden. Die Gäste sind stark und androgyn geschminkt, bekleidet mit glitzernden Kostümen nebst entsprechenden Plateauschuhen. Man lagert narkotisiert auf Sitzsäcken, oder tanzt mir bislang unbekannte Tänze. Als ich aus der Küche mit zwei kleinen Schalen thailändischer Suppe zurückkehre, ist die Doppelagentin spurlos verschwunden.
15. Mai 2006