Mähdrescher

Nur wenig zeitversetzt erscheinen drei in Formation ausgeschwärmte Mähdrescher auf dem Zenith eines sanft hügeligen Getreidefeldes. In ihrer speziellen Form erinnern diese Erntemaschinen, mit ihren erhöhten Steuerungskanzeln, an große, systematisch vorgehende Heuschrecken. Die dieselige Luft ist erfüllt von gelblich trockenem Staub, der in der, Korn von Stroh scheidenden Mechanik des Hordenschüttlers entsteht. Wie ein, dem nimmersatten Insektenmaul Nahrung zuführendes Fresswerkzeug, verbirgt sich die Einzugstrommel im Weizen. Das verdauende Druschsystem ist hinter chitinpanzergleich gestaffelter, zur Wartung durch Mechaniker einzeln aufklappbarer, Blechplatten verborgen, deren Farbe jeweils zwischen khaki und milchkaffeebraun changiert. Später, am frühen Abend, durchsuchen vier Wildschweine das frische Stoppelfeld nach Nahrung.



23. Juli 2006